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Interview mit Schwester Veritas zur Schulstiftung

Sr. Veritas und Herr Neuenhofer zeigen den Flyer der Schulstiftung - Foto Dirk Jochmann WZ

 

Homepage: http://www.schulstiftungderursulinenbistumaachen.de/

 

Das erklärte Ziel der Stiftung ist die „Förderung von Bildung, Unterricht und Erziehung vor allem junger Menschen zu christlicher Lebensgestaltung und Weltverantwortung auf der Grundlage des katholischen Glaubens.“ Das tun Ursulinen doch schon seit Jahrhunderten. Weshalb jetzt diese neue Form?

 

Wir haben uns beim letzten Generalkapitel überlegt, unseren Schulen eine stabilere Grundlage zu geben. Ich bin dazu beauftragt worden, mich um solche Formen zu kümmern und habe mich erkundigt, wie weit in den einzelnen Bistümern, in denen unsere Schulen tätig sind, Stiftungen gegründet worden sind. Nachdem ich wusste, dass das Bistum Aachen eine Stiftung für die Schulen errichtet, und wir die Möglichkeit haben unter dem Dach des Forums der Kirche eine selbständige Stiftung für unsere beiden Schulen im Bistum Aachen ins Leben zu rufen, laufen diese Kontakte. Damit ist gewährleistet, dass beide Schulen, in Aachen und in Krefeld, künftig den Förderverein, den 1999 gegründeten Mitträgerverein und die Stiftung als Grundlage haben. Damit haben wir drei Beine für die Schulen – auf drei Beinen kann man stehen. Für die Ursulinen ist es absehbar, dass in den nächsten zehn Jahren die Zahl der in der Schule tätigen Schwestern gegen null konvergiert. Daher ist eine andere Form der Schulerhaltung notwendig. Wir möchten die Schulen weiterführen, weil wir der Überzeugung sind, dass Schulen in katholischer Trägerschaft, speziell in Ordensträgerschaft, in der heutigen Gesellschaft unerlässlich sind und wir auch einen Auftrag durch unsere Gründerin damit erfüllen wollen.

 

In welchem Verhältnis steht die Schulstiftung zum Trägerverein und zu den Fördervereinen?

Was ist der Unterschied?

 

Der Förderverein wird in der Regel von den Eltern gestützt, damit konkrete Dinge für den Unterrichtsbedarf angeschafft werden. Der Mitträgerverein hilft der Kongregation, Projekte der Schulen zu unterstützen, die sie alleine nicht mehr finanzieren kann. Die Beiträge werden bei beiden Vereinen vornehmlich von den Familien der Schülerinnen und Schüler eingebracht.

Dagegen ermöglicht die Stiftung in einem größeren Maße Gelder zu bekommen und spricht auch einen anderen Kreis an. Für sofortige Hilfe können Spenden eingeworben werden, Dann besteht die Möglichkeit einer Zustiftung, einer Treuhandstiftung und des Sponsorings.

 

Schule und Sponsoring – das ist ein Thema, das auch Politik und einzelne Schulen immer mehr entdecken. Wo sehen Sie Gefahren, wo sehen Sie Chancen des Sponsorings für Schulen?

 

Ich sehe einmal die Chance, dass Wirtschaft Schule entdeckt und mit Schulen in Kontakt kommt. Damit tangiert es auch die Schülerinnen und Schüler. Die Gefahr sehe ich darin, dass man unter Umständen in ein Abhängigkeitsverhältnis zum Sponsor kommt und Ziele in den Blick kommen, die mit denen der Schule nicht deckungsgleich sind. Deshalb sind im Vorfeld ausführliche Gespräche mit Schule und Sponsor zu führen, um zu klären, wie die Vorstellungen von beiden Seiten sind.

 

Was könnte die Stiftung für die beiden Gymnasien in Aachen und Krefeld konkret leisten?

 

Die selbständige kirchliche Stiftung, die mit Zustimmung des Bistums errichtet wurde und von der Bezirksregierung Düsseldorf anerkannt ist, ist eine Stiftung des privaten Rechts. Sie gehört zum Stiftungsforum der Kirche im Bistum Aachen. Die Ursulinenkongregation hat von sich aus 50.000 Euro Kapital eingebracht. Dieses Stiftungskapital, das für eine solche Errichtung notwendig ist, bleibt erhalten. Es kann aber durch Zustiftungen, testamentarische Erbschaften und Treuhandstiftungen vergrößert werden. Nur Spenden und Zinsen sind direkt den beiden Schulen zuzuführen. Das heißt wir gewähren den Schulen keine sofort sichtbaren Anschaffungen oder Investitionen, sondern nachhaltige finanzielle Sicherheit.

 

Das heißt, wenn jemand den Ursulinenschulen etwas Gutes tun möchte, könnte er einen Teil seines Erbes der Schulstiftung testamentarisch vermachen - oder aus seinem Kapital schon eine Zustiftung machen.

Ein wie dickes Portemonnaie setzt das Stiften voraus?

 

Da auch Spenden möglich sind, wird nicht vorausgesetzt, dass der Stifter über ein großes Vermögen verfügt. Wenn ein größeres Vermögen vorliegt, sind die Zustiftungen möglich oder sogar eine Treuhandstiftung.

 

Was ist das?

 

Eine Treuhandstiftung braucht eine Stiftungssatzung, in der der Zweck der Stiftung beschrieben ist. Die Treuhandstiftung kann unter dem Dach der Ursulinenstiftung laufen, aber einen eigenen Namen tragen. Sie sollte im Einklang mit den Satzungszwecken dieser Stiftung stehen. Eine Treuhandstiftung eignet sich für Menschen, die mindestens 25.000 Euro investieren möchten.

 

Das ist ja sehr viel Geld. Inwiefern profitieren die Stifter selbst von ihrem Engagement?

 

Da die Stiftung gemeinnützig ist, gibt es Steuervorteile für den Stifter oder die Erbschaftssteuer selbst wird geringer. Darüberhinaus hat der Stifter hat ja auch die Möglichkeit für die Jugend und damit für die Zukunft unserer Gesellschaft einen wichtigen Beitrag zu leisten und die christliche Bildung und Erziehung junger Menschen zu unterstützen. Das ist vielen Menschen über den materiellen Nutzen hinaus wichtig.

 

Manche Ehemaligen oder andere potentielle Stifter haben vielleicht Geld und könnten sich vorstellen zu stiften. Manche andere haben möglicherweise eher Kontakte oder Ideen und sind bereit, z.B. bei ihrem Arbeitgeber nachzufragen, ob eine Stiftung für ihn attraktiv wäre. Wie können diese mit Ihnen in Kontakt treten?

 

Die Eltern leisten in Trägerverein und im Förderverein schon einen erheblichen Beitrag. Im Gegensatz dazu hoffen wir für unsere Stiftung auf andere Spender und Zustifter – vielleicht auch Ehemalige. Wir sind für jeden dankbar, der „Türöffner“ sein kann, um die Stiftung zum Beispiel auch bei Unternehmen bekannt zu machen, seien es Eltern, Lehrer oder Ehemalige. Sie erreichen mich unter der Telefonnummer 02151/977341 oder 9773-0 oder per mail Sr.Veritas@remove-this.ursulinen-calvarienberg.de

 

Das Gespräch führte Kirsten Joswowitz.